Explosionsgefahr in Wohnhaus

Einsatzinfos
    Einsatzstichwort: H1 - Gasalarm

Datum: 7. März 2020 
Alarmzeit: 8:53 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldeempänger/Sirene 
Dauer: 1 Stunde 43 Minuten 
Art: Gefahrguteinsatz  
Einsatzort: Friesau, Ortsmitte 
Mannschaftsstärke:
Fahrzeuge: Kdow , TLF 16-24 , HLF 10-6  
Weitere Kräfte: FFW Bad Lobenstein , FFW Friesau , Polizei , Rettungsdienst , Schornsteinfeger  


Einsatzbericht:

Am Samstag gegen 8:00 Uhr wurde der Notarzt und Rettungsdienst zu einer bewusstlosen Person in einem Wohnhaus in Friesau alarmiert. Die Rettungssanitäter, die mit Eingasmessgeräten ausgestattet sind, stellten vor Ort eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration fest und forderten die Feuerwehr zur Unterstützung nach.
Die Leitstelle Saalfeld alarmierte zunächst zu einem Hilfeleistungseinsatz der Stufe 1, was zur Folge hatte, dass nur die Feuerwehr Friesau gegen 8:20 Uhr zum Einsatz kam. Diese verfügt aber über keine Sonderausrüstung für solche Einsätze.
Weitere 10 Minuten später wurde durch den Kreisbrandmeister die Feuerwehr Bad Lobenstein nachgefordert, die über Sonderausrüstung wie Messgeräte, Atemschutzgeräte und Hochleistungslüfter verfügen.

Alle 4 Hausbewohner wurden in Sicherheit gebracht und durch den Rettungsdienst versorgt. Ein Trupp aus Bad Lobenstein ging unter Atemschutz ins Wohnhaus vor, um Messungen durchzuführen.

Die Konzentration betrug teilweise über 1300 ppm Kohlenmonoxid. Ab 1600 ppm kann Kohlenmonoxid innerhalb 1 Stunde zum Tod führen. Desweiteren wurde die Heizung über den Not-Aus-Schalter abgeschaltet um einen weiteren Austritt von CO zu verhindern.

Es erfolgte die Nachalarmierung der FFW Ebersdorf durch den Zugführer der FFW Bad Lobenstein. Durch einen technischen Defekt an der Heizungsanlage trat Kohlenmonoxid aus, wodurch 4 Bewohner eine Kohlenmoxid-Vergiftung erlitten und ins Krankenhaus Schleiz gebracht werden mussten. Im weiteren Anschluss wurden 3 Personen in ein geeignetes Klinikum nach Leipzig verlegt und in einer Druckkammer weiter behandelt.

Es erfolgte die regelmäßige Messung der Kohlenmonoxid- Konzentration mit einem Gasmessgerät der Lobensteiner Feuerwehr da nach den ersten Messungen eine erhöhte Explosionsgefahr bestand.

Im weiteren Verlauf wurden zwei Überdruckdruckbelüfter eingesetzt um das Gebäude zu belüften und die Ex-Gefahr einzudämmen. Die Friesauer Einsatzkräfte bauten vorsorglich eine Wasserversorgung vom angrenzenden Dorfteich zur Einsatzstelle auf. Die Ebersdorfer Kameraden stellten einen weiteren Sicherheitstrupp unter Atemschutz bereit, der aber nicht zum Einsatz kam.

Nachdem das Wohnhaus frei von Kohlenmonoxid war, wurde durch den Schornsteinfeger das Abgasrohr begutachtet. Dieses war erheblich zugesetzt, was dazu führte das die Abgase nicht durch den Schornstein frei abziehen konnten.

Nach ca. 2 Stunden konnten die Einsatzkräfte das Gebäude wieder freigeben und rückten von der Einsatzstelle ab. Wir möchten uns für die gewohnt gute Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte bedanken!

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